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1000 Jahre Bad Hönningen
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ROCKENFELD

Ein verlassenes, fast vergessenes und doch weltbekanntes Dörflein

 von Leo Schäfer

Fährt man von der Rheinbrohler Mozartstraße Richtung Lampental, erreicht man über die K1 nach ca. acht Kilometern eine Gabelung, an der es nach links zum ehemaligen Örtchen Rockenfeld geht. Von hier aus hat man einen wunderschönen Blick auf eine Mulde mit herrlichen Wiesen und Äckern. Geht man zu Fuß weiter, am Schlagbaum vorbei, kommt man nach einigen Schritten an einen Ort, der einem etwas seltsam vorkommen mag. Man findet hier und da Überreste alter Gemäuer und Fundamente und auch eine kleine Gedenktafel, welche an das verlassene Dörflein Rockenfeld erinnert.

Dieser kleine ehemalige Ort wartet mit einer ganz besonderen Geschichte auf, wie sie es wohl kein zweites Mal gegeben hat. Rockenfeld wurde erstmals um das Jahr 1280 namentlich erwähnt als "Rukenvelt" im Sayn-Wiedischen Bereich, was auch nach Ausweis der damaligen Kirchenbücher die Vielzahl der Rockenfeller-Familien in dieser Gegend erklärt. Für die Abwandlung auf " Rockenfeld" gibt es keine verbindlichen Belege. Am wahrscheinlichsten jedoch ist die Variante: "Feld auf dem (Berg)-Rücken". Im Jahre 1762 wird Rockenfeld erstmals als selbstständige Gemeinde erwähnt. In der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts hat der Ort sechs Häuser mit 50 Einwohnern. Der Schulunterricht in Rockenfeld findet wöchentlich abwechselnd in den verschiedenen Wohnstuben der Einwohner statt, bis dann im Mai 1882 ein richtiges Schulhaus, welches zugleich als Gemeinde- und Spritzenhaus dient, bezogen werden kann. Im gleichen Jahr hat die Schule zwölf Schüler. Durch die stetige Abwanderung der Bewohner hat Rockenfeld als selbstständige Gemeinde wirtschaftlich wohl nie eine echte Chance gehabt und so leben hier im Jahre 1960 nur noch 24 Bewohner. Somit wird Anfang der sechziger Jahre die Rockenfelder Zwergschule im Zuge der Zentralisierung des Landschulwesens für immer geschlossen, und die Kinder, - es sind zu der Zeit nur noch drei, - werden täglich nach Rheinbrohl zur Schule gefahren. Andererseits erlebt die kleine Gemeinde bis in die Nachkriegsjahre sogar einen gewissen Aufschwung. Man hat eine Wasserpumpstation, wird ans Stromversorgungs- und Telefonnetz angeschlossen und eine Verbindungsstraße nach Rheinbrohl sorgt für die Verkehrserschließung. Sogar ein kleines Gasthaus öffnet seine Pforten. Anfang der 1960er Jahre errichtet die kleine Gemeinde noch ein Ehrenmal für die in den Weltkriegen Gefallenen. Trotz alledem steuert dieser beschauliche Ort seinem Ende entgegen. So stimmt man 1965 für dessen Auflösung. Ab dem 1. August 1966 soll Rockenfeld zur neu zu bildenden Gemeinde Feldkirchen gehören. Im Januar 1967 beschließt der neue Gemeinderat von Feldkirchen im Einvernehmen mit den Bewohnern deren Umsiedlung aus Rockenfeld. Es dauert dann noch gut zwei Jahre, bis die Umsiedlungsaktion begonnen wird, deren Kostenaufwand eine halbe Million DM beträgt. Am 1. Mai 1969 veranstaltet die kleine Gastwirtschaft ein letztes Mal das traditionelle, gern besuchte Frühlingsfest, welches im Vorjahr noch über 1.500 Gäste angelockt hat. Kurz darauf wird die altvertraute Gaststätte für immer geschlossen.

Und doch noch einmal erinnert man sich ganz spektakulär an Rockenfeld. Als Nelson Aldrich Rockefeller, Enkel des legendären Milliardärs John D. Rockefeller, der als reichster Mensch aller Zeiten gilt, 1974 zum Vizepräsidenten der USA ernannt wird ist, erinnert er sich an die Wurzeln seiner Familie in Deutschland. Dutzende von deutschen und amerikanischen Reportern und Kameraleuten suchen plötzlich das vergessene Dörflein im Walde auf - oder besser gesagt, was davon noch übrig geblieben ist. Hier im ganzen Lande, aber vor allem in den USA wird es über Nacht in Presse und Fernsehen bekannt gemacht und Nelson A. Rockefeller tut die Absicht kund, den Ursprungsort seiner Vorfahren aufzusuchen. Dazu kommt es jedoch nicht mehr – Rockefeller stirbt 1979.

Der letzte Bewohner Rockenfelds, Albert Grose, dem man Wohnrecht auf Lebenszeit eingeräumt hat, stirbt 1995. Danach wird der Rest des Dorfes endgültig eingeebnet und gilt seitdem als "Wüstung". Das Ehrenmal für die Gefallenen ist heute das letzte verbliebene Zeugnis des ehemaligen Ortes.

Im Jahre 2005 kommt Rockenfeld noch einmal zu späten Ehren. Der Modellbauer und Inhaber des Fachgeschäftes "Modelleisenbahntreff" Kurt Nesselhauf aus Heddesdorf baut das kleine Dörflein in über zweijähriger Kleinarbeit naturgetreu und maßstabsgerecht nach.

Und noch einmal im Jahr lebt dieser einst beschauliche Ort wieder auf. Die Junggesellen und Ehrendamen des Junggesellenvereins Rheinbrohl laden seit 1978 alljährlich zum 1. Mai auf dem Grundstück der ehemaligen Gaststätte zur Rockenfelder Kirmes ein.

 

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