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1000 Jahre Bad Hönningen
Bad Hönningen

HAMMERSTEIN

Burg  Hammerstein

von Werner Schönhofen

Die ehemalige Festung auf dem Felsmassiv war einst ein bedeutendes Machtzentrum. Hier waren deutsche Kaiser und Könige zu Gast, die Reichsinsignien wurden im Burgverlies verwahrt und ein späterer Papst saß im Kerker.
 

Der hervorspringende Fels ragte wohl ehedem bis zum Rheinufer. Durch den Bahn- und Straßenbau des 19. Jahrhunderts wurde er rheinwärts abgetragen. Er stellte seit jeher für den Rheinlauf und den Verkehrsweg ein Hindernis dar. Die Bergmassive bewirken eine leichte Krümmung des Stromes, mittelhochdeutsch hame oder hamme. Es ist aber auch möglich, dass das althochdeutsche Wort hamar, mittelhochdeutsch hamer, als Bezeichnung für ein festes Haus auf einem Felsen, sprich eine Burg, namengebend war. Der Name Hammerstein wird anlässlich eines 948 stattfindenden Turniers in Konstanz, an dem eine Barbara von Hammerstein, Gemahlin Engelhards von Pyrmont, teilnahm, zum ersten Mal urkundlich erwähnt.

Mit dem Ehestreit zur Zeit des Grafen Otto und seiner Gemahlin Irmingard, der 1002 erstmals urkundlich feststellbar ist, wird Hammerstein und seine Festung geschichtlich fassbar. Graf Otto war Gaugraf in der Wetterau ebenso wie hier im Engersgau und als solcher ein gefährlicher Konkurrent der Mainzer Erzbischöfe. Vor diesem Hintergrund muss gesehen werden, dass sich diese auch zunächst erfolgreich gegen Ottos Ehe mit seiner entfernten Verwandten Irmingard, wandten. Erzbischof Erchenbald setzte auf der Synode von Nijmwegen die Exkommunikation des Grafenpaares durch, worauf Otto mainzisches Gebiet verwüstete, was wiederum Kaiser Heinrich II. veranlasste, die Burg im Spätherbst 1020 zu belagern. Otto konnte mit seinen Mannen erst nach dreimonatiger Belagerung ausgehungert werden. Auch Aribo, seit 1021 Nachfolger des Mainzer Erzbischofs Erchenbald, setzte zielstrebig die Bemühungen gegen das Grafenpaar fort, was sogar zur Amtsenthebung des Erzbischofs durch den Papst führte. Erst als Konrad II., der in einer ähnlichen Ehe lebte, 1024 Nachfolger von Heinrich II. wurde, beruhigte sich der Streit um Graf Otto und Gräfin Irmingard; Kaiser und Papst hatten offensichtlich kein Interesse, das Verhältnis von Kirche und Reich durch die Machenschaften der Mainzer Erzbischöfe belasten zu lassen. 1031 konnte das Grafenpaar sogar wieder die Burg auf dem Hammerstein beziehen, im gleichen Jahr war ihr schärfster Gegner Erzbischof Aribo von Mainz gestorben. 1036 starb Graf Otto, 1043 Gräfin Irmingard; ihr einziger Sohn, Graf Udo, war bereits 1034 gestorben, so erlosch dieses Geschlecht.

Die Burg war wohl mittlerweile verfallen, so dass Heinrich IV. sie 1071 wiederherstellen ließ und einen eigenen Burgmann hier einsetzte als königlichen Verwalter. 1074 errichtete er im Schutze des Hammersteins eine Zollstätte, die jedoch nicht von Dauer war. Denn zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648) wurde der kurtrierische Koblenzer Moselzoll an den einträglicheren Rhein nach hier verlegt; er wurde aber bereits nach kurzer Zeit nach dem sichereren Leutesdorf verlegt, wo er bis 1805 bestand.

In der Zwischenzeit hatte die Festung jedoch Reichsgeschichte gemacht: Im Jahre 1105 suchte Heinrich IV. auf der Flucht vor seinem Sohn, der sich als Heinrich V. die Macht angeeignet hatte, hier Schutz vor seinem Verfolger. Zeitweise waren auf der Burg die Reichsinsignien: Krone, Krönungsmantel, Zepter, Schwert, Reichsapfel, heilige Lanze aufbewahrt. Wer sie vorzeigen konnte, war in einer Zeit mit mangelhaften Kommunikationsmöglichkeiten und in der weite Teile der Bevölkerung weder lesen noch schreiben konnte, staatsrechtliche Urkunden also wenig bekannt und eine zweifelhafte Wirkung besaßen, der rechtmäßige Herrscher. Heute werden diese Reichsinsignien in der Wiener Hofburg aufbewahrt. In den Jahren 1110 und 1112 hat die Feste einen vornehmen Gefangenen beherbergt, so saß hier der Mönch Hildebrand, der spätere Papst Gregor VII., ein.

Militärische Bedeutung erlangte die Festung wieder zur Zeit des Dreißigjährigen Krieges (1618-1648) als sie 1632 im Wechsel von spanischen, schwedischen und hessischen Truppen besetzt wurde und sich 1646 Lothringer hier festsetzten. Diese erhoben hier unrechtmäßig Zoll und drangsalierten die Orte der Umgebung. Erst 1654 konnten die Lothringer durch Aushungern von den Belagerern, Truppen Kurtriers und der Grafschaft Wied, bezwungen werden. Danach zerstörten kurtrierische und wiedische Truppen die Burg, die seit dieser Zeit Ruine ist – ein Grund dafür, dass nur mehr wenig oberirdisches Mauerwerk vorhanden ist. Von ihm sind heute lediglich noch der sogenannte Windmühlenturm auf vorderster, rheinseitiger Bastion, Teile der südlichen Umfassungsmauer, die in neuerer Zeit durch den Eigentümer freigemacht und restauriert wurde und neben wenigen Fundamentresten im Innern ein Mauerstück mit innenliegender Treppe und Kellergewölbe vorhanden. Erwähnenswert ist auch eine quer durch die Burg verlaufende Mauer, die im Fundament erhalten ist. Sie deutet auf die Trennung der Burg in zwei Hälften hin, die  zeitweise von zwei Burggrafenlinien bewohnt war.

Am Mauerwerk der Umfassungsmauer ist teilweise noch Basaltquaderverblendung feststellbar. Hinter dieser Verblendung verbirgt sich Mauerwerk in Fischgrätverband bzw. Füllmauertechnik, wie es von den Römern verwendet wurde. Daher stammt wohl die Fama, Burg Hammerstein sei auf römischem Grundmauerwerk durch Karl Martell errichtet worden, was jedoch nicht zu beweisen ist.

Der preußische Staat verkaufte die Ruinen im Jahre 1823 an den Freiherrn von Haxthausen, erwarb sie aber 1843 zurück, um sie dann 1893 an den Familienverband der Freiherren von Hammerstein, eine Nebenlinie, zu veräußern, der sie noch heute gehören.  Die Burg ist durch einen Pfad zu erreichen, jedoch innen nicht überall gesichert.

   

Der Hammersteiner Ehestreit

 

Vor tausend Jahren erschütterte der Streit um die Rechtmäßigkeit der Ehe zwischen Graf Otto von Hammerstein und seiner Frau Irmingard das ganze damalige Deutsche Reich. Zur der Zeit galten Ehen mit Verwandten bis zum siebten Grad als nicht gottgewollt. Otto und Irmingard hatten gemeinsame Vorfahren, Ururgroßvater bzw. Urgroßvater waren Geschwister, somit handelte es sich tatsächlich um eine Verwandtschaft siebten Grades.

Politische Gegner wie die Mainzer Erzbischöfe nutzten diesen Umstand für Intrigen und Machtspiele gegen den Grafen von Hammerstein.

 

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